SKG St. Gallen

Editoral

Schweizerische Kynologische Gesellschaft, Sektion St. Gallen:
Kompetente Ausbildung: 8 LeiterInnen mit SKG Gruppenleiterausweis; 3 Leiterinnen sind SKN Experten

Josua Conrad
Präsident SKG
Sektion St.Gallen

Liebe Mitglieder
Das neue Tierschutzgesetz, das am 1. September 2008 in Kraft getreten ist, schreibt für alle Personen, die sich nach diesem Datum einen Hund anschaffen, einen praktischen Kurs im Umfang von vier Lektionen vor. Diejenigen, die zum ersten Mal einen Hund halten, müssen zudem einen Theoriekurs von ebenfalls vier Lektionen besuchen.
Die SKG Sektion St.Gallen führt seit Sommer 2009 diese Kurse durch. Von August bis Dezember absolvierten 40 Teilnehmende in unserem Verein den Praxiskurs. Wir bieten ihn in der SKG Sektion St.Gallen im Allgemeinen als Paket mit dem Junghundekurs
(12 Lektionen) an; dies weil wir die Hundehaltenden motivieren möchten, mehr mit ihrem Hund zu tun als bloss das gesetzlich vorgeschriebene Minimum.

Man kann sich fragen, ob eine Hundehalterin, ein Hundehalter nach vier Lektionen wirklich „sachkundig“ ist.  Allerdings geht es nicht darum in dieser Zeit einen Hund zu erziehen. Vielmehr soll dem Zweibeiner gezeigt werden, wie er seinem Hund das Nötige für den Alltag beibringen kann, das heisst, wie er ihn tierschutz- und artgerecht behandelt, wie er ihm Sicherheit vermittelt, wie er ihn in heiklen Situationen führt, wie er ihn einschätzen lernt (den Hund “lesen”), wie er ihn artgerecht beschäftigt.
Der Kurs weckt Lust auf mehr“, sagte kürzlich eine Hundehalterin nach dem Praxiskurs, die einen älteren Hund übernommen und deshalb den Junghundekurs nicht besucht hatte. Genau das ist doch unser Ziel!
Es gibt viele Hundebesitzerinnen und –besitzer, die schon seit vielen Jahren Hunde halten und deshalb nicht einsehen, warum sie diese vier Lektionen absolvieren müssen. Das ist verständlich. Doch auch von ihnen gab es viele, die Spass hatten am Kurs und anschliessend sogar bekannten, doch wieder Neues gelernt zu haben.
Aus Sicht eines Menschen, der Hunde nicht mag oder sogar Angst vor ihnen hat, ist es verständlich, dass ein solcher Kurs verlangt
wird. Das Bedürfnis nach Sicherheit ist nachvollziehbar. Trotzdem wird es die totale Sicherheit nie geben. Beissunfälle – leider auch schwere – werden auch in Zukunft nicht völlig vermieden werden können. Es wird halt immer Leute am anderen Ende der Leine geben, die verantwortungslos sind und sich die falschen Hunde anschaffen.

Josua Conrad, Präsident
Februar 2010